Sonntag: Oehler, Aegypten und ein Interview mit einer Repräsentantin des „Schwarzen Blocks“. Wef habe, so schreibt der Chefredaktor, die Krise in Marokko verschlafen. Und (zur Attacke auf Fehr): „Wer Wind säht, werde Sturm ernten“.

Lektüre der Sonntagszeitungen (noch ohne Sonntagsblick): Oehler in Schwierigkeiten (Sonntag), Calmy-Rey fordert Freiheit für Baradei (Sonntagszeitung), Nationalbank hat Milliarden wettgemacht (NZZ am Sonntag).

Natürlich geht es heute bei allen um Aegypten und um das Wef – danach aber setzt jedes Blatt eigene Schwerpunkte. Man habe in Davos, schreibt Sonntag-Chefredaktor, den Aufstand in Aegypten schlicht verschlafen und NZZ am Sonntag -Chefredaktor Felix E. Müller meint, die Politik habe „Oberwasser“, die Wirtschaftselite sei auf dem Rückzug.

Die Frage des Tages stellte Ringier-Chef Marc Walder dem Chefpublizisten des Hauses, in dem er von Frank A. Meyer wissen wollte, ob er in FRau Calmy-Rey verliebt sei. Frank A. Meyer antwortete ausweichend (im Magazin des Sonntagsblicks).

 

NZZ am Sonntag: Aufstand in Aegypten, die Schweiz muss nachgeben, die Politik ha (auch am Wef) „Oberwasser“. Und: Die NZZ am Sonntag zitiert aus dem Blog von tagesanzeiger.ch vom Wirtschaftsforum, dass „Männer dicke Eier und Frauen dicke Lippen haben.“

Sonntagszeitung: Calmy-Rey fordert, junge Frauen meiden Wahlen, Banken sollten genauer prüfen, vom wem sie Gelder annehmen. Und: „Ohne Mampf kein Kampf“ (Verpflegungsbons für Wef-Polizisten).

Kommentar in den Schaffhauser Nachrichten, Hans was Hans-Jürg…

KOMMENTAR

Mit Intoleranten dürfen wir nicht tolerant sein

Ob die Entrüstung nicht weit grösser wäre, wenn er nicht Hans, sondern Hans-Jürg Fehr hiesse und die Schläger von rechts statt von links gekommen wären – diese Frage stellte sich der mit Stiefeln und Fäusten traktierte SVP-Nationalrat wohl zu Recht. Hätten dann, so möchte man anfügen, die Kommentatoren und die Politiker der Links- und Mitteparteien auch bis gestern geschwiegen oder gar Verständnis für diesen Angriff auf Leib und Leben gezeigt und etwa (wie der «Tages-Anzeiger») geschrieben: «Da hat es den Richtigen getroffen! Das dürfte sich manch einer gedacht haben, als er hörte, dass Vermummte Nationalrat Fehr … zusammengeschlagen haben»?

Welch verkehrte Welt, wenn die Polizei erklärt, Hans Fehr sei zumindest mitschuldig, weil er sich ohne Polizeischutz auf den Weg ins Albisgüetli gemacht habe, wenn die Co-Präsidentin der Zürcher SP, Beatrice Reimann, dem Nationalrat fahrlässiges Verhalten vorwirft und die brutalen Schläger in den Medien nicht brutale Schläger, sondern «Linksaktivisten» heissen. Das Opfer, es wird zum Täter. Das ist, gelinde gesagt, empörend. Es war eine Wohltat, dass sich Schweizer Politikerinnen und Politiker jedweder Couleur bis anhin ohne Angst unter das Volk mischen konnten und sich die Sicherheitsmassnahmen in angenehmen Grenzen hielten. An Schwarze Blocks und Vermummte, gewalttätige Chaoten – aus welcher Ecke sie auch stammen – wollen wir uns nicht gewöhnen. Das freie Wort, die offene Debatte und die Unversehrtheit von Andersdenkenden müssen verteidigt werden – konsequent und notfalls mit staatlicher Gewalt. Toleranz gegenüber Intoleranten jedenfalls ist brandgefährlich; da muss Hans was Hans-Jürg sein.

Norbert Neininger

 

 

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