Lektüre der Sonntagszeitungen: Leuenberger rechtfertigt sich (und wird von der Sonntagszeitung zum Verzicht aufgefordert), Blocher spricht von „Hexenjagd“ und alle rätseln, was in Basel los ist. Libyen – Affäre ohne Ende, Fifa und die Korruption, Bauboom. Frank A. Meyer schliesslich nimmt Voltaire zum Vorbild und will dafür sorgen, dass die SVP frei reden und an der Wärme tagen kann.

Heute macht jede Zeitung mit einer anderen Titelgeschichte auf, gemeinsam aber sind die Themen Libyen, BaZ/Blocher/Suter, Leuenberger. Und der Konflikt zwischen Nord- und Südkorea und die Euro-Krise.

Die Sonntagszeitung fordert Leuenberger zum Verzicht auf das VR-Mandat bei Implenia auf und im Sonntagsblick bietet Kolumnist Frank A. Meyer an, (analog zu Voltaire) sein Leben dafür zu opfern, dass die SVP unter einem Dach tagen kann. Oder so ähnlich.



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Es hängt nun ganz allein von den Baslern ab, Kommentar aus den Schaffhauser Nachrichten

Es hängt nun ganz allein von den Baslern ab

NORBERT NEININGER

Eine nüchterne Mitteilung sorgte gestern Nachmittag für Aufregung (nicht nur) in der Medienbranche: «Tito Tettamanti und Martin Wagner verkaufen die Basler Zeitung Medien an Moritz Suter», hiess es darin. Und ein Onlineportal meldete kurz darauf erleichtert: «Blocher aus Basel vertrieben.»

Zuversicht ist, wenn auch aus anderen Gründen, angebracht. Doch der Reihe nach: Als die langjährige Besitzerfamilie Hagemann die Mehrheit der «Basler Zeitung» feilbot, waren die Basler entsetzt. Und als Tito Tettamanti (zusammen mit dem Basler Medienanwalt Wagner) die Zeitung den Konzernen NZZ und Tamedia vor der Nase wegschnappte, war man verunsichert: Der Anwalt, Politiker und Financier hatte seine «Weltwoche» 2006 an Roger Köppel verkauft und bestellte jetzt dessen bürgerlich-liberalen Stellvertreter Markus Somm zum Chefredaktor. Man befürchtete im links-grünen Lager das Schlimmste, und das traf dann aus dessen Sicht auch ein: Christoph Blochers Beratungs- und Beteiligungsfirma Robinvest erhielt den Auftrag, eine zukunftsgerichtete Strategie auszuarbeiten. Mit der Basler Lösung haben Tettamanti und Blocher nun beste Voraussetzungen für das Medienunternehmen geschaffen: Der Crossair-Gründer Moritz Suter ist eine Integrationsfigur und damit die richtige Persönlichkeit, um als Verleger die «Basler Zeitung» nicht nur wirtschaftlich zu stabilisieren, sondern auch publizistisch gut zu positionieren. Die Basler haben eine neue, wohl letzte Chance: Sie können ihrem Medienhaus künftig Sorge tragen; es hängt ganz allein von ihnen ab, ob sie künftig eine Zeitung lesen können, die aus Basel für Basel gemacht wird und die Welt durch ihre Brille betrachtet.

 

Lektüre der Sonntagszeitungen, etwas verspätet: Diskussion um AKW, Blocher in Basel und die (befürchteten) Folgen, 40 Jahre Tatort. Und: Rappaz/Kondome/Abstimmungen/Schweizer werden Deutsche

Die Lektüre der Sonntagszeitungen erfolgte – es war ein ziemlich ausgefülltes Wochenende – etwas später. Die Themen sind diesmal, natürlich, die kommenden Abstimmungen (Umfragen/Vorschauen/versuchte Einflussnahmen). Dann beginnt die Diskussion über die Chancen und Risiken der Atomkraftwerke und es stand – natürlich – die Frage im Zentrum, wie es mit der Basler Zeitung wohl weiter gehe.

Und, ach ja, 40 Jahre Tatort – das war natürlich ein Thema, ebenso wie das Schicksal von Rappaz und die Tatsache, dass der Papst Kondome (wenn auch nur für Prostituierte) zulässt.