Lektüre der Sonntagszeitungen: Geschlagene Männer, Fifa (der Fisch stinkt vom Kopf her), Immobilienblase, US-Angst vor Terror, Steuergerechtigkeit und Ausschaffung, Sonntagszeitung für Erbschaftssteuer Calmy-Reys Kollegenschelte

Einmal mehr funktionieren die Apps mangelhaft (Sonntagszeitung) oder gar nicht (NZZ am Sonntag). Und daher ist die NZZ am Sonntag auch nicht in dieser kleinen Sonntagszeitungsschau enthalten.

Sonntagszeitung

Sonntag

Sonntagsblick

Lektüre der Sonntagszeitungen: Schäuble soll diese Woche nach Bern kommen/Wahlkampfthema Volksschule/Ärger über Wikileaks-Veröffentlichungen/neue Minder – Initiative: Volksbegehren schneller an die Urne/Ueli Maurer – Interview („Aus jedem Furz wird eine Rakete gemacht“). Ferner: Maurer (und Roger Schawinski) treten gegen die Korruption bei der Fifa an/Fusionitis bei den Gemeinden/einmal mehr Mainstream bei der Ausschaffungsinitaitive. Sterben auf Facebook/Lockere Grenzkontrollen. Sonntagsblick mit Leuenberger spezial und der Frage, wer sind beiden anderen Vegetarier im Bundesrat?

Bei diesem Wetter widmet man sich etwas länger der Lektüre der Sonntagszeitungen, die heute nur wenige Themen gemeinsam haben: Fifa und die Ausschaffungsinitiative. Jedes Blatt macht mit einer eigenen Titelgeschichte auf; einzig in der Bewertung der Ausschaffungsinitiative ist man sich einig: Ablehnen. Und für den Sonntagsblick/das Magazin gibt es keinen wichtigeren als Moritz Leuenberger.

Erstaunlich: Die Enthüllungen von Wikileaks werden kaum behandelt (Ausnahme NZZ am Sonntag).

PS: Die App der Sonntagszeitung funktioniert noch immer mangelhaft.

Sonntagszeitung: Thomas Minders neue Initiative, Maurer und der Fifa-Skandal, zu lockere Grenzkontrollen. Argumente gegen Gemeindefusionen. Und: Sterben auf Facebook…

Sonntag: Das grosse Maurer – Interview, Skifahren wird teurer, Hypozinse sollen tief bleiben. Genf, St. Moritz, Andermatt wollen olympische Spiele.

Das unverantwortliche Umfeld von Shannon Briggs und der unfähige Ringrichter…

Auf diesen Kampf hatte man sich gefreut (ja, es gibt Boxfans) – doch letztlich wurde nur klar, dass Herausforderer Shannon Briggs ein unverantwortliches Umfeld hat, und dem Ringrichter Ian John-Lewis wünscht man wenigstens eine der linken oder rechten Fäuste an den Kopf, die Vitali Klitschko dutzendweise (es waren 302, davon 171 Volltreffer) auf Briggs abgefeuert hat.

Nach dem Kampf, der in den letzten Runden zum Gemetzel wurde, diagnostizierten die Ärzte bei Briggs (unter anderem) folgende Verletzungen:

„… je eine Fraktur unter dem rechten und über dem linken Auge, ein Sehnen- und Muskelriss im linken Arm, Riss des Trommelfells, Gehirnerschütterung sowieso.“

Dass die Ecke das Handtuch nicht geworfen hat, dass der Ringrichter nicht abbrach, all das ist unverständlich. Dass Briggs die Treffer stehend hinnahm, unerklärlich. Dass er schwer verletzt wurde, ein Tiefpunkt für den Boxsport.

Die FAZ zum Gotthard-Basistunnel oder das wohltuende Kontrastprogramm zu heulenden alt und amtierenden Bundesräten

Die Schau ist vorbei, die Kameras sind abgezogen und die Scheinwerfer erloschen, zurück bleibt noch viel Arbeit für die Ingenieure und die Mineure und zurück bleibt auch ein schaler Nachgeschmack ob der auf zwei Personen bezogenen Inszenierung des Durchstichs am Gotthard.

Natürlich hat es dem kollektiven Schweizer Selbstbewusstsein gut getan, dass es gelungen ist, mit Zustimmung der Mehrheit der Schweizerinnen und Schweizer dieses Werk zu schaffen. Und mit Genugtuung mag mancher einen Seitenblick auf Stuttgart geworfen haben, wo sich Politik und Bürger entzweien ob des nicht gerade epochalen Banhofbauvorhabens. Was uns etwas weniger gut getan hat, ist diese Leuenberger (Hauptrolle) und Ogi (zweite Hauptrolle) – Aufführung, bei der der alle anderen zu Statisten degradiert wurden. Falls noch Zweifel herrschen: Es waren auch neben Ogi und Leuenberger noch andere wesentlich beteiligt. Dass die Verkehrs- oder Transportminister der EU-Länder sich nur herabliessen, den Durchstich wenigstens am Fernsehen zu betrachten, war im übrigen eine geradezu epochale Respektlosigkeit. Aber so ist ihnen wenigstens die Teilnahme an der Onemanshow erspart geblieben.

Hier nun eine etwas nüchterne, aber durch(l)aus wohlwollende Betrachtung (aus der FAZ):

Sonntagszeitung: Ab Seite 23 ist die Sonntagszeitung (über ihre kostenpflichtige App für den iPad) nicht mehr zu lesen, nach dem 10 Absturz der Applikation gibt man auf. Hier also ein Auszug aus den Seiten davor.

Ja, die Technik: Heute habe ich den Sonntag und die Sonntagszeitung über die kostenpflichtigen iPad – Apps zu lesen, das diesmal beim Sonntag gut funktioniert. Anders die Sonntagszeitung: Nach dem 10. Absturz habe ich aufgegeben. Das ist ziemlich ärgerlich und auch verwunderlich: Um Rocket Sciences handelt es sich ja da nicht mehr.

 

Sonntagsblick: Die Angst vor hungrigen Yetis (Titel), Vasella: keine AHV für Reiche, Widmer-Schlumpf zum Chaos in ihrem Departement (sei gar keins, sagt sie). Steve Lee, noch einmal.

Lektüre der Sonntagszeitungen: Bundesrat will 201 neue Stellen, Steve Lee, Interview mit Widmer-Schlumpf (Sonntagsblick); Ethos hilft den US-Sammelklägern, Rückkehr der strukturierten Produkte, FDP will nicht mehr in die EU (NZZ am Sonntag); 62 Prozent für die Ausschaffungsinitiative, der heulende Ogi (Sonntagszeitung); 480 neue Beamtenjobs beim Bund, Stich: Tunnel wird nicht rentieren, noch einmal Leuenberger (Sonntag). Und die App der Sonntagszeitung funktioniert nicht…

Ärger des Tages: Die App der Sonntagszeitung, der Scoop sicherlich das Telefon-Streitgespräch zwischen Levrat und Pelli. Journalistenpoesie zum Gotthard, Ogi briegget, Leuenberger jammert. Und die Ausschaffungsinitiative scheint gute Chancen zu haben. Über mangelnden Widerstand beklagt sich Widmer-Schlumpf. Und Die Südostschweiz am Sonntag mit dem besten Kommentar zum Gotthard-Tunnel.