Bei der Lektüre der Sonntagszeitungen oder der NZZ Freude über Mörgelis deutschen Chef…

Heute erfolgt die Lektüre der Sonntagszeitungen in Etappen, hier – zuerst – Hinweise auf die NZZ am Sonntag. Dort finden wir, auf der Titelseite, einen handwerklichen Fehler: Im Titel (2) heisst, die SVP finanziere den Berner Wahlkampf mit Geld aus Zürich. Im Text aber steht, politische Gegner der SVP behaupteten dies.

Die Häme der NZZ am Sonntag – Redaktion über die Anzeichen dafür, dass Christoph Mörgeli einen deutschen Chef bekommt (3), sei ihr gegönnt. Und zum Kommentar über das Erfolgsmodell Schweiz (4) gratulieren wir.

Was aber soll die unkritische Publikation der Bilder der mutmasslichen Mossad-Agenten, welche in Dubai den Hamas-Führer Mahmud Mabhuh ermordet haben sollen (5)? Hat die Redaktion diese Angaben der Polizei von Dubai überprüfen können? Der Text (von Christoph Plate) ist darüber hinaus unerhört, steht doch da unter anderem, die Sorglosigkeit, mit der die angeblichen Agenten vorgegangen sei, sei in der israelischen „Arroganz“ begründet und in der „in Israel verbreiteten Herablassung gegenüber Arabern und Muslimen, seien die nun palästinensische Strassenfeger oder der König von Jordanien.“

Die Fastweb – Pleite der Swisscom (6) und den Beweis, das Wortspiele Glückssache sind (7) finden wir ebenso in der NZZ am Sonntag wie des SP-Präsidenten Levrats Verunglimpfung von Thomas Minder (8) als „naiv.“

Dass eine Software nun für gerechtere Löhne sorgt, kündigt die NZZ am Sonntag auf der Titelseite an (9). FAZ-Herausgeber Schirrmacher wird schmunzeln, vertritt er doch die These, dass wir längst von Computern und ihren Algorithmen abhängen. Die „berühmten Seitenspringer“ wollten wir eigentlich gar nicht kennenlernen. Und die These der NZZ am Sonntag über jene Leute, welche sich besonders vehement für die Gleichberechtigung einsetzen, ist ziemlich gewagt (11). Obamas Reformprojekt (12) und die verpasste Geschichte des Sonntags (Türkei, 13) runden das Angebot ab.

Der Sonntagsblick verzichtet als einzige Zeitung auf die Erwähnung des Erdbebens. Und führt dafür den ehemaligen UBS-Chef Marcel Ospel (auf insgesamt drei Seiten) vor. Sonst im Sobli: Der Hinweis, dass Gadaffis Aufruf zum heiligen Krieg ernst genommen werden soll, eine harsche Kritik an Bundesrat Moritz Leuenberger, weil er der SRG zusätzliche Werbemöglichkeiten gibt und Frank A. Meyer, der den Bundesrat schilt, weil er Druck auf Libyen macht. Meyer lobt dann – wer wäre darauf gekommen – die EU für ihre Hilfe in der Libyen – Affäre und zitiert die „Berliner Schnauze“ falsch: Es heisst eben nicht „gar nicht erst ignorieren“, sondern: „erst gar nicht ignorieren.“ Ein Detail? Dann die Geschichte vom „Militärkader“, der einen Buben missbraucht haben soll – das ist der Stoff, aus dem die Boulevardgeschichten sind. Und, zum aufregen, der Bericht von den Erbs, die ihren Gläubigern eine lange Nase drehen.

Der Sonntag macht mit dem Streit an der FDP-Spitze auf, eine Geschichte, welche die Sonntagszeitung im Innern des Blattes abhandelte. Ebenfalls im Sonntag (und in der Welt) erklärt Roger Schawinski den Deutschen die Schweiz und erteil gleichsam nebenbei Kollege Köppel ein paar Seitenhiebe. Exklusiv dann im Sonntag (dessen Redaktion oft ein wenig genauer hinschaut als die anderen) die Frage, ob Schweizer Politiker, wenn sie – wie Fehr – ein Einreiseverbot für alle Libyer fordern, die Geisel gefährden. Mit Thomas Minder beschäftigt sich Chefredaktor Patrik Müller und schildert, wie die Ränkespiele dem Neuhauser Unternehmer an und auf die Nerven gehen. Ob es je so weit kommt? „Leser ersetzen Journalisten“, meldet der Sonntag – wohl etwas früh. In Wien hat der Sonntag dann noch den so genannten Sex-Skandal aus der Nähe betrachtet, Titel: Sexession.

Die Sonntagszeitung ist diesmal erstaunlich, nun, sagen wir: unaufregend. Und die heisseste Meldung (wer wird ihr neuer Chefredaktor) steht ebenfalls nicht drin. Obwohl dies seit gestern Abend feststehen soll, hört man aus der Gerüchteküche. Spannend aber die Geschichte über den Brandstifter von Riehen. Und, wen’s interessiert, die Popularitätsrangliste des leitenden politischen Personals. Interessant die Berichte zum Automobil-Salon und dann lasen wir da noch den Titel des Tages: „Der Plauschangriff.“

PS: Noch habe ich die ideale Darstellung dieser kleinen Presseschau nicht gefunden. Leider…


2 Kommentare zu “Bei der Lektüre der Sonntagszeitungen oder der NZZ Freude über Mörgelis deutschen Chef…

  1. Was ich dieser kritischen Inhalts-Betrachtung der heutigen NZZ.a.S. noch anfügen möchte: Im Sportteil erblödet sich ein Journalist doch tatsächlich an dem Tag, an dem die für die Schweiz erfolgreichsten Olympischen Spiele aller Zeiten zu Ende gehen, sich darüber zu mokieren, dass die Bilanz von Vancouver nicht überragend sei und man nicht alle Ziele erreicht habe. Das kommt ja wohl nur einem Schweizer Journalisten in den Sinn! Statt sich jetzt einfach mal zu freuen und stolz zu sein, werden krampfhaft Mängel und Fehler gesucht… Unglaublich! Natürlich muss selbst nach einer erfolgreichen Olympia-Mission die sachliche Analyse folgen – aber doch nicht, noch bevor die Schlussfeier über die Bühne ist. Fazit: Bemühender Journalismus!

    • …………und dann:“Das kommt ja wohl nur einem Schweizer Journalisten in den Sinn!“ Genau, das finde ich auch. Es ist eben nicht nur im Sport so!
      Politik, Wirtschaft, Kunst und generell……..dem „Schweizer Journalist“ mangelts langsam aber sicher an „Hirnflexibilität“.Immer die selbe Leier. Langsam aber sicher sind die Zeitungen hierzulande entsetzlich langweilig. Gut das es das Internet gibt und das man „die Zeitung“ von der gazen Welt lesen, analysieren, vergleichen und seine Schlüsse fassen kann.
      Fazit: wie Bruno Blum!

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