Von der NZZ-GV bis zu Oehlers Krankheit… und zwei Scoops

Weil die NZZ an ihrer Generalversammlung keine Journalisten zuliess, ist der „Sonntagsblick“ verärgert und moniert „Pressefreiheit à la liberale NZZ“. Und die „Sonntagszeitung“ berichtet dennoch: VR-Präsident Conrad Meyer sei heftig kritisiert worden und sei nur noch mit rund 75 Prozent Stimmen (1517 von 1850) gewählt worden; gutes Echo aber habe der neue CEO Polo Stäheli bekommen. Was man – für Neugierige – noch anführen kann (und die SoZ übersah): Das Essen stammt aus der Schaffhauser „Fischerzunft“. Geschrieben hat den Bericht („Denkzettel für den NZZ-Präsidenten“) der erfahrene Rechercheur Hanspeter Bürgin, von dem wir kaum annehmen, dass er NZZ-Aktionär ist. Was lernen wir den Volontären: Es wird nie über die Bedingungen gejammert, ein Journalist kommt auch ohne Einladung zu seinen Informationen. 

„Küchenkönig Edgar Oehler tritt kürzer“, titelte der „Sonntagsblick“ einen Artikel zur Tatsache, dass Ex-Nationalrat die Kontrolle über sein Unternehmen abgab. Begründung: Gesundheitliche Probleme, ansonsten aber ein geordneter, freiwilliger Rückzug. In der „Sonntagszeitung“ lesen wir es dann anders: „Der Sturz des Küchenkönigs“ steht über einem Bericht, der ein ganz anderes Bild zeichnet: Oehler habe sein Unternehmen nicht mehr im Griff, habe falsch investiert und einen gigantischen Schuldenberg angehäuft. Nun hätten die Banken (UBS und CS) die Notbremse gezogen und Oehler gezwungen, auf seine Stimmenmehrheit zu verzichten.

Ansonsten ein ziemlich langweiliger (Zeitungs-) Sonntag. Zum Glück finden wir dann noch zwei Scoops: Im „Sonntag“ – der immer für eine Überraschung gut ist –  erfahren wir, dass die UBS Zehntausende von Konti in den USA kündet. Und, zum zweiten, dass die SBB jeden fünften Bahnhof schliessen – „klammheimlich“.

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