Was uns noch alles blühen könnte…

Verlage haben schon früh diversifiziert. Sie haben Versicherungen und noch anderes verkauft. Und manche Publikation (wie Das Beste) diente und dient vor allem dazu, Adressen für das Direct Mail – Geschäft zu beschaffen. Im Zeitalter der Fokussierung auf das Kerngeschäft (Publizieren) wurden solche Zweige oft gekappt. Und doch bleiben die stabile Beziehung zu den Abonnenten eine Plattform, auf der auch ganz anderes vertrieben werden kann. So hat die Süddeutsche Zeitung Bücher, Compact Discs und Wein vertrieben. Und mit sinkenden Werbe- und Abonnementeinnahmen beginnt die Such nach Alternativen erneut. Allen voran beim Strategiewechsel von der Konzentration zur Diversifikation sind die US-Verleger, wie die Financial Times zusammenfasst.

Es stehen deutsche wie US-Verlage vor denselben Problemen: Seit Jahrzehnten erodieren die Auflagen, junge Leser wandern ins Internet ab – und in der Finanzkrise brechen Werbeerlöse in nie gekanntem Ausmaß weg. Doch während deutsche Zeitungshäuser wie Madsack oder der Kölner Rivale DuMont Schauberg mit dreistelligen Millionensummen ihr klassisches Printangebot ausbauen, herrscht in Amerikas Verlagstürmen nackte Existenzangst.

– Die „Detroit Free Press“ etwa will nur noch an umsatzstarken Tagen eine gedruckte Ausgabe an Abonnenten liefern. An den übrigen Tagen sollen sich die Leser eine abgespeckte Version am Kiosk besorgen oder das Onlineangebot nutzen.

– Der überregionale „Christian Science Monitor“ stampft seine Printausgabe gleich komplett ein – und erscheint künftig ausschließlich im Internet. 

Und während die „New York Times“ darüber nachdenkt, für Teile ihres Internetangebots wieder Geld zu verlangen, entwickeln andere Onlineanbieter längst viel wildere Konzepte.

– Das Webportal „The Printed Blog“ verteilt in US-Großstädten gedruckte Ausgaben ihrer Weblogs.

– Die Onlinezeitung „Pasadena Now“ lässt ihre Lokalberichterstattung allen Ernstes von Journalisten in Indien abwickeln, die die Gemeinderatssitzung per Webcam verfolgen.

Noch ist es bei uns nicht so weit: Wir alle gehen die Krise mit den klassischen Methoden (Sparen, Synergien suchen) an. Und doch dürfen wir davon ausgehen, dass auch hierzulande über Diversifikation nachgedacht wird.

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