Maurer gibt Mercedes zurück, Merz trotzt und nur Meyer bleibt deutschfreundlich

… mein Kollege Martin Schweizer hatte in seinem Leitartikel in den „Schaffhauser Nachrichten“ am Samstag geschrieben, dass „die Indianer keinen Schmerz kennen“. Und die Sonntagszeitung liefert den Beweis: Gegen Peer Steinbrücks Verunglimpfungen setzen sich jetzt, da es zu spät ist, alle zur Wehr: Merz will Steinbrück nicht treffen und Mauerer gibt seinen Dienstmercedes zurück (und tauscht ihn gegen einen Renault Espace ein).

SRG-Chef Armin Walpen kündet Sparmassnahmen an und sage, man wolle unter Umständen Sender schliessen.

Nun fragen wir uns: Wenn einer aus ideologischen Gründen keinen Mercedes sondern eine Renault fahren will, was hat er dann mit dem sozialistischen Frankreich gemein?

„“Patchwork“ macht brutel“ – titelt die Sonntagszeitung. Und zitiert aus einer Studie, die feststellt, dass Kinder aus „Patchwork“-Familien „übervertreten sind, wenn es um Gruppenschlägereien, Ladendiebstahl oder Drogenhandel geht.“ Schuld sei, so Fachleute, die „schwache Bindung an die Eltern“.

Nun fragen wir uns: Sind „Patchwork“-Familien die Ursache oder die Folge der Probleme?

Frank A. Meyer („ein Journalist, inzwischen pensioniert, der in Berlin lebt“, sagt Ringier-Chef Unger über ihn), kommentiert den „Zahlmeister Steinbrück“ und schreibt: „Für den „Blick“ ist der Sozialdemokrat ein „Weichei“, weil er nicht im Traum daran denkt zum rhetorischen Duell mit einem Hinterbänkler aus dem Nationalrat anzutreten. Doch gerade diese Verweigerung offenbart Peer Steinbrücks zarte Saite: fürsorgliche Rücksicht“.

Da sind wir aber nun wirklich froh, dass der „brilliante Berserker“ (Meyer) uns schont, indem er sich gar nicht auf ein Gespräch mit einem Schweizer Indianer einlässt. Wir würden uns ja nur blamieren und davor bewahrt er uns. Und im „Sonntag“ erfahren wir dann den Grund für Meyers Steinbrück-Lobhuldelei: Der Minister wird von Meyer am 23. April für seine Sendung „Vis à vis“ – befragt. Und das bezeichnet der „Sonntag“ als „informelles Gipfeltreffen.“

„Seit der glücklose Katz Redenschreiber des deutschen Finanzministers geworden war, wurde er endlich gelesen, gehört und zitiert. „Wir wollen nicht Eure Frauen, wir wollen nur unser Geld zurück“, liess er seinen Chef im Schweizer Fernsehen sagen, „aber wenn wir mit den Panzern kommen, kriegen wir beides – also überlegt Euch das mit dem Bankgeheimnis genau.“ Diese schrieb der  begnadete Koluminist Maxim Biller in der FAZ am Sonntag.

Dass Micheline Calmy-Rey zur Hyperaktivität neigt, ist inzwischen auch ihren politischen Freunden klar geworden. Und so schonen sie ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des öfteren vor sich selber. So auch diesmal: Ihr Umfeld hielt einen Calmy-Rey-Brief zurück, in dem sie die OECD für den Angriff auf das schweizerische Bankgeheimnis gelobt hat.

Julia Encke interviewt den Philosophen Peter Sloterdijk und will von ihm, der gute Ratschläge nach allen Seiten verteilt, wissen, was sie – die Journalistin – angesichts der Krise tun könne. Antwort Sloterdijks: „Sie könnten  sich gegen den Zwang auflehnen, von Dingen zu reden, auf die es nicht ankommt.“  


Meyers Demontage, Scholl retour und die Aufklärung eines Irrtums

Frank A. Meyer sei „ein Journalist, mittlerweile pensioniert, der in Berlin lebt.“ Dies sagt nicht ein Konkurrent des Ringier-Konzerns, sondern dessen neuer Chef, Christian Unger. Damit wird klar: im Hauser Ringier hat die Demontage des ehemaligen Chef – Journalisten begonnen. Weiterhin allerdings schreibt Meyer seine (heute doppelseitige) Kolumne und da teilt er wie so oft Zensuren aus. Wer jemanden als intelligent bezeichnet, der stellt sich damit aufs Podest derer, welche solche Fähigkeiten – dank eigener überragender Intelligenz – erkennen. Frank A. Meyer also schreibt über Marco Meyer, er sei „einer der intelligentesten Journalisten der Schweiz“, um ihm dann vorzuwerfen, er verharmlose die Piusbruderschaft. Mit der ihm eigenen Geste des Grosskolumnisten holt er weit aus und untermalt seinen Kommentar mit mancherlei Fakten. Woher er die wohl hat? Nun, er hat diese Gert Langguth abgeschrieben. Und das gibt Meyer dann auch zu, doch in seinen Kreisen formuliert man dies anders. Langguths „Welt“-Artikel „liegt dieser Dokumentation zu Grunde“, schreibt Meyer.

Es ist der Sonntag der Geständnisse: Peter Scholl-Latour gibt „in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ zu, dass er nie in der Fremdenlegion war. Und Vertreter des EJPD möchten gerne Guantanamo besuchen, um sich dort nach Häftlingen umzusehen, welche die Schweiz aufnehmen könnte. Nur: Es gibt gar kein entsprechendes Ersuchen der amerikanischen Regierung.

Und dann wird noch (in der FAZ) ein Irrtum aufgeklärt: Der Voltaire zugeschriebene Satz („Ich teile seine Meinung nicht aber ich werde mein Leben dafür opfern, dass er sie aussprechen kann“) stammt gar nicht von ihm sondern hat ihm eine Biographin zugeschrieben.

Und wieder finden wir Boris Becker auf dem Titelbild des Magazins des „Sonntag Blicks“. Und dort heisst es dann: „Vom lachenden Helden zur Witzfigur“. Schade nur, dass die Schaffhauser Uhrenfirma IWC diesen Menschen als „Botschafter“ in die Welt hinaus schickt. 

Schlagzeile des Tages: „Bonus malus est“. (FAZ).

Was aus einer Zuschrift beim Tages Anzeiger wird…

Hier das Original eines Artikels für den „Tages Anzeiger“, die publizierte Fassung enthält wesentliche Abschnitte nicht mehr.

 

Rohfassung

Die Trennung von Fakten und Kommentar – eine heilige Journalistenpflicht! – kann nicht immer gelingen, daran hat sich der „Tages Anzeiger“ – Leser längst gewöhnt. Wenn aber Interviewfragen zur Polemik abgleiten, geht das über das gängige Mass an Partei- und Überheblichkeit hinaus. „Panisch“, so unterstellt mir der Interviewer im Gespräch mit Bundesrat Leuenberger zur Presseförderung, hätte ich Staatshilfe für „die kleinen Blätter“ gefordert. Das ist gleich doppelt falsch. Stil und Inhalt des Vorschlages sind anders: Die bereits bestehende indirekte Presseförderung soll ausgebaut und mit weiteren sinnvollen Massnahmen ergänzt werden – das Ziel ist und bleibt die Erhaltung einer föderalistischen Presselandschaft und die Verhinderung jenes Schreckenszenarios, vor dem NZZ-Medienredaktor Rainer Stadler kürzlich warnte, Zitat: „Die Annahme, dass künftig gerade noch zwei bis drei Medienunternehmen den hiesigen Markt prägen werden, scheint nicht mehr abwegig.“ Mit wacher Aufmerksamkeit – und keineswegs mit Panik – kann jetzt dem Abholzen des Blätterwaldes noch Einhalt geboten werden. Dazu braucht es aber zuerst die Einsicht, dass unsere feingliedrige Demokratie ohne vielerlei politische und (auch) dem Service publique verpflichtete Zeitungen nicht auskommt, sie vor allem stellen sicher, dass die Bürgerinnen und Bürger wohlinformiert sind und dass diese am politischen Geschehen teilnehmen und es sachkundig beeinflussen können. Noch hat die Schweiz eine hohe Zeitungsdichte, noch halten sich viele, vor allem regional gut verankerte Blätter gut. Angesichts rückläufiger Werbeeinahmen und eines härter werdenden Wettbewerbs durch elektronische Medien gerät das Geschäftsmodell der klassischen Tageszeitung aber insgesamt unter Druck. Hier sollen Massnahmen greifen, die für bessere Rahmenbedingungen sorgen, unter anderem die Verbilligung der Zeitungszustellung, die Abschaffung der Mehrwertsteuer für Medienerzeugnisse, der Rabattverzicht bei staatlichen Informationskampagnen. Oder (eine Idee von Christian Müller): Abonnementskosten sind steuerabzugsberechtigt.

 

Hier könnte man auf bestehende Grundlagen aufbauen, und die Förderung käme allen gleichermassen zugute, sie könnte ohne Mediengesetz und ohne Staatseinfluss umgesetzt werden; die unverzichtbare redaktionelle Unabhängigkeit vom Staat würde nicht tangiert. Ob es darüber hinaus auch Rahmenbedingungen braucht, welche die Standortnachteile regionaler Zeitungen ausgleichen, muss nun – zuerst im Verlegerverband selber – diskutiert werden, in dessen Statuten die Erhaltung der Pressevielfalt ja festgeschrieben ist.

 

Die Schweiz ist eines der wenigen Länder, die in den letzten Jahren die indirekte Presseförderung ausgedünnt haben, andere, beispielsweise Luxemburg, Österreich, Frankreich oder Spanien, gehen einen anderen Weg. Wenn „Medienminister“ Leuenberger im „Tages Anzeiger“ erklärt: „Wir haben keinerlei solcher Projekte in Planung, und ich denke auch nicht daran, so etwas anzureissen“, so ist er allein auf weiter Flur. Aber das wundert keinen: Ist er doch auch der einzige für Medien zuständige Minister, der einen eigenen staatlich geförderten Blog betreibt und dort auf Staatskosten den Absatz seines privaten Buches fördert.

 

Norbert Neininger, Verleger Schaffhauser Nachrichten

 

Presseförderung: Das Interview

Dieses Interview erschien heute in Persoenlich: 


„Wir müssen der Presse Sorge tragen“
 

Herr Neininger, wie geht es der Schweizer Presse?
- Ausnahmslos alle leiden unter der Rezession, die zu Rückgängen bei den Inserateeinnahmen führt. Dazu kommen die strukturellen Veränderungen, beispielsweise die Verlagerung ins Internet.

Muss man um die Existenz der Zeitung fürchten?
- Um die Gattung Zeitung generell braucht es uns nicht allzu bange zu sein, wenn man berücksichtigt, wie viele Konkurrenten um den Kampf der Aufmerksamkeit den Zeitungen in den letzten Jahren erwachsen sind, so halten sie sich sogar erstaunlich gut. Aber natürlich müssen wir alle innovativ und kreativ sein und unsere Inhalte auch auf anderen Plattformen mehrfach und kostenpflichtig anbieten. Im übrigen halte ich es mit Mark Twain, der einmal eine Meldung von seinem Ableben entdeckte. Er schrieb dann der Redaktion, er halte die Nachricht von seinem Tod für “weit übertrieben”.

Ist das Geschäftsmodell der Zeitung noch konkurrenzfähig?
- Natürlich ist es konkurrenzfähig. Wir müssen es aber anpassen und ausbauen.

In der „NZZ“ forderten Sie kürzlich Staatshilfe für Qualitätszeitungen. Woran erkennt man eigentlich eine Qualitätszeitung?
- Diesen Begriff habe ich eigentlich nicht so gern und habe in Mangels eines besseren benützt. Gemeint war viel eher: Zeitungen, die sich nicht in den Dienst von Interessengruppen stellen, sondern altmodischen Konzepten wie der Aufklärung, der Wahrhaftigkeit und der unabhängigen Information des Publikums folgen. Und die Inserate vom redaktionellen Teil klar trennen und PR transparent machen.

Die „Schweizer Illustrierte“ oder „20 Minuten“ würde durch Ihr Raster fallen.
- Eine Zeitung, die PR und redaktionelle Inhalte nicht klar trennt, ist für mich keine Zeitung, sondern ein Prospekt. Es gibt den Code of Conduct, den die Konferenz der Chefredaktoren zusammen mit dem Verband Schweizer Presse ausgearbeitet hat. Den gilt es einzuhalten.

Jeder Verlag wird von sich behaupten, dass er Qualitätsprodukte herstelle. Wo ziehen Sie konkret die Grenze?
- Das sollen die Leserinnen und Leser tun, welche in der Regel Qualität ganz gut von Trash unterscheiden können.

Darf ein Zeitungsgigant wie die Tamedia auch Staatshilfe beanspruchen?
- Grundsätzlich bin ich für eine strukturelle Förderung der Zeitungen, für indirekte Presseförderung also, die allen zugute kommt. Das Ziel der Förderung ist die Erhaltung einer vielfältigen und föderalistischen Medienlandschaft. Aber es wäre natürlich auch ein Ausgleich von Standortnachteilen denkbar — Finanzausgleichsmodelle sind ja nicht unüblich. Und natürlich muss die Branche selbst und jeder einzelne Titel alles in seinen Möglichkeiten liegende tun, um gut zu wirtschaften. Man kann sich daher fragen — und auch das ist eine generelle Bemerkung — ob man auf der einen Seite Inhalte verschenken darf und auf der anderen Seite Förderung geniessen soll.

Mit wie viel Geld soll der Staat den Verlegern unter die Arme greifen?
- Es waren einmal mehrere Hunderte Millionen von Franken, mit denen die Presse strukturell gefördert wurde. Daran kann man wieder anknüpfen.

Wie soll die Unterstützung letztlich finanziert werden?
- Man könnte die Mehrwertsteuer für Zeitungen aufheben, die Distribution unterstützen. An Modellen muss jetzt gearbeitet werden.

Verliert eine vom Staat unterstützte Zeitungen nicht ihre Unabhängigkeit?
- Die Unabhängigkeit vom Staat ist das höchste Gut. Daher bin ich wie gesagt für indirekte, strukturelle Förderung.

Greift der Staat ein, können sich die Medien nicht mehr als „vierte Staatsgewalt“ bezeichnen.
- Das darf auf keinen Fall passieren, darum bin ich gegen Direktzahlungen und ein damit verbundenes Mediengesetz, das den Politikern dazu dient, die Presse zu domestizieren. Der Staat hatte doch keinen Einfluss auf die Print-Medien als diese noch unterstützt wurden, in dem die Post noch namhafte Beiträge für die Distribution der Zeitungen bekam. Und wenn die Mehrwertsteuer auf Null gesenkt wird, gibt das noch immer keinen Einfluss.

Wann soll die Presseförderung Realität werden?
- Wir werden diese Debatte nun im Verband führen und können dabei an die bereits erarbeiteten Konzepte anknüpfen. Und dann gilt es zuerst, eine gemeinsame Verbandsposition zu erarbeiten. Dem kann und will ich nicht vorgreifen.

Sie gelten als bürgerlicher Mensch, der jedem Eingriff des Staates kritisch gegenübersteht. Sie geben mit Ihrer Idee ein Stück weit Ihre Maxime auf und werden zum „Sozialisten“.
- Ist einer Sozialist, der dafür eintritt, dass der Staat dafür sorgt, dass die Gemeinschaft lebensfähig bleibt? Wenn wir den informierten Bürger brauchen, um unsere direkte Demokratie weiter erhalten zu können, dann müssen wir der Presse Sorge tragen. Denn es ist die Presse, es sind die Medien, welche den Bürger informiert.

Wie realistisch ist eine Presseförderung wirklich?
- Wir haben ja noch immer Förderung und müssen diese jetzt ausbauen. Es ist nicht anzunehmen, dass die Gemeinschaft und Politik ein Land mit nur wenigen Medienunternehmen möchte. Förderalismus ist auch hier wichtig und soll erhalten bleiben. Ich bin also guter Dinge.

Werbe-was-jetzt?

Die „Werbewoche“ erscheint nun nur noch alle 14 Tage – und heisst jetzt? Richtig geraten: „Werbewoche“. Und die Begründung für den Rhythmuswechsel: „Die Folgen der Wirtschaftskrise treffen uns hart… der Wechsel zur neuen Erscheinungsweise wird es uns erlauben, diese schwierigen wirtschaftlichen Zeiten zu überstehen“. Gleichzeitig wird die „Werbewoche“ ihr (brandneues) Layout wieder ändern. Dafür haben wir grosses Verständnis, sahen wir doch ganz selten einen derartigen typographischen Murks. Man frägt sich, ob der Blindenhund des Layouts bei der Kreation nicht geknurrt hat.

Vom „Arsch der Welt“ bis zu Albert Camus

Die Debatte über Presseförderung hat – endlich – begonnen: Mein Artikel in der NZZ hat zu vielen Reaktionen und Interview-Anfragen geführt. Ich freue mich auf die Fortsetzung der Diskussion (auch hier) und halte noch einmal fest: Wenn Zeitungen für unsere Demokratie wichtig sind, dann sollen sie gefördert werden. Ohne ein System der Unterstützung wird die föderalistische Medienlandschaft nicht überleben. 

Medienspiegel

Hans Dieter Zimmermann

Schaffhauser AZ

atmedia.at

Patrik Tschudin

Debatte

Ein weiterer gemütlicher Sonntag, an dem man ohne schlechtes Gewissen Zeitungen lesen kann. Und es hat sich diesmal auch gelohnt. Doch zuerst noch ein kleiner Rechenschaftsbericht: Das UBS-Führungsduo Kurer/Rohner ist weg. Wir hatten ja geschrieben, dass man ihren Beteuerungen und Durchhalteparolen keinen Glauben schenken darf. Und da wird sich die Öffentlichkeit doch fragen, warum sie unablässig falsch informiert wird. Doch nun zum neuen Verwaltungsratspräsidenten Kaspar Villiger, der in den Sonntagszeitungen bereitwillig Fragen beantwortet. Und da erfahren wir dann auch (in der „Sonntagszeitung“), was wir vermutet hatten: „Das Bankgeheimnis ist nicht sakrosankt“. Eine Lockerung, so sagt Villiger, würde den Druck auf die UBS reduzieren.

Frage: Geht es beim Bankgeheimnis wirklich um den Schutz der Bank? Oder nicht vielmehr um den Schutz der Kunden? Dazu hat Christoph Blocher ganz andere Ansichten.

Wenn man Zeitungen liest, will man überrascht werden. Das ist Frank A. Meier heute gelungen; der Ringier – Chefjournalist gewährt (ja, er gewährt) dem „Sonntag“ ein Interview. Es fehlten, sagt Meier angesichts der betagten UBS-Spitze, „die jüngeren Leute, die wir jetzt nötig hätten“. Damit ist auch erklärt, warum der im AHV-Alter stehende Meier weitermacht. Wie lange noch, will „Sonntag“-Chefredaktor Patrik Müller wissen. Und jetzt kommt sie, die Überraschung: „Solange ich unter den Kollegen noch der Jüngste bin, mache ich weiter.“

Der „Blick“, so lesen wir dann andernorts, werde wieder grösser. Und Meier sagt über dieses Blatt: „Der Blick“ ist immer noch die stärkste tägliche Verkaufszeitung“. Ein paar Minuten später wissen wir dann, warum: Weil die Redaktion (auch heute im „Sonntagsblick“) den Geschmack der Schweiz gut trifft, siehe unten:

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Die Überraschungen gehen weiter. SP-Parteipräsident Levrat lobt Blocher, und zwar so: „Er hat es geschafft, einen übergeordneten Diskurs zu führen. Das macht ihn zu einem guten Parteiführer.“ Dann bekennt sich Levrat, in diesem Interview mit der „Sonntags Zeitung“ – etwas weniger überraschend – zu Albert Camus, dem „Hausphilosophen der sozialdemokratischen Spitzenpolitiker“ (Frankfurter Sonntagszeitung). Diese hetzten von Sitzung zu Sitzung und bräuchten „die heroische“ Pose.

Grosse Medienthemen sind auch heute die Übernahme der Edipresse durch Tamedia und die Frage, wer die SRG nach der Zusammenlegung von Radio und Fernsehen leiten wird. Im „Sonntag“ erfahren wir, dass sich die Neue Zürcher Zeitung nun als Partner für die tamediafernen Medienhäuser anbietet und eine Kooperation mit der „Mittelland Zeitung“ und der „Südostschweiz“ sucht.

Und dann lasen wir noch (in der NZZ am Sonntag) Peter Zieglers Vorschlag für die Berner Zeitungszukunft. 

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  Wann immer Boris Becker in die wohlverdiente Vergessenheit zu versinken droht, kündet er eine      Verlobung/Trennung/Heirat/Scheidung oder wenigstens einen One Night Stand (mit oder ohne Folgen)  an. Und die Medien fallen auch darauf rein, da es sich hier um eine Win-Win-Situation handelt: Becker bekommt seine schwer erhältliche Aufmerksamkeit, die Medien bekommen das ebenfalls.

Heute meldet der „Sonntagsblick“, dass Becker – wen auch immer – heiratet, die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ beschreibt in einem klugen Essay („Der Unsichere“) das ziemlich leere Leben des ehemaligen Spitzentennisspielers. Autor Peter Lückemeier erwartet keine Besserung, da die notwendige „Formung des Charakters sich nicht auf  Tennisplätzen, in VIP-Lounges und auf Premièren herstellen lässt.“

Ganz nebenbei haben wir in diesem Aufsatz auch noch ein Zitat von Udo Jürgens gefunden, der Becker so in Schutz nimmt: „Wenn man keine Chancen bei Frauen hat, ist es leicht, moralisch zu sein. Wenn einem aber Tag und Nacht Photos unter der Hotelzimmertür durchgeschoben werden, ist das komplizierter.“

 

Randnotiz: Zeitungslektüre

Übrigens: Das Google – Handy ist in der Schweiz im Handel: bei Digitec. 

Technik

Und noch ein Bild zu Genf: Die Manager der Autobranche haben heuer wichtigeres zu tun als sich um die ausgestellten Autos zu kümmern, oder?

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Bildkommentar