Wellershofs Abschied…

Ganz am Schluss eines Vortrages in Schaffhausen sagt UBS-Chefökonom, Klaus Wellerhoff, er sei nunmehr zwölf Jahre bei der UBS gewesen und danke den Kunden (es sassen rund 800 im Stadttheater) und den Kolleginnen und Kollegen. Am gleichen Abend – und zwar zuvor – hatte UBS-CEO Marcel Rohner gesprochen; er hielt eine sehr technische und sehr zukunftsgerichtete Rede. Nachfrage dann beim Apéro im Foyer des Stadttheaters: Verlässt Wellershoff nun die UBS wirklich? Und bleibt Rohner? Er gehe, sagt der Chefökonom, werde Verwaltungsrat bei Schindler und stehe für neue Aufgaben zur Verfügung. Das sei, sagt die UBS – Medienstelle anderntags – ein Gerücht und Gerüchte würden nicht dementiert.

Und nun? Klaus Wellershoff stand mir am Schaffhauser Rede für ein Interview zur Verfügung, Fazit: Ja, er gehe davon aus, dass er gehe. Und Rohner ist inzwischen gegangen. Und die Medienstelle wird, wetten dass?, auf Anfrage sagen, dass Peter Kurer bleiben wird. Und dass Rohners Abschied auf dessen Wunsch erfolgte und lange schon feststand.

Und zu folgenden Fragen gar nichts sagen:

1. Wann wird Klaus Wellershoff UBS-Schweiz-Chef?

2. Wer wird Nachfolger von Peter Kurer?

3. Wann werden infrastrukturelle Synergien zwischen CS und UBS greifen?

4. Gibt es eine Altersklausel für den UBS-CEO?

5. Wie viele verdient Peter Kurer?


Artikel für die NZZ vom Freitag, 27. Februar

Den „Bannwald der Demokratie„ schützen

Angesichts der Konjunkur- und Strukturkrise wird eine vertiefte Debatte über Presseförderung unvermeidlich.
Von Norbert Neininger-Schwarz

In seinem Leitartikel („Der Untergang der alten Medienschweiz„) kommt NZZ-Medienredaktor Rainer Stadler zu folgendem deprimierienden Schluss: „der Ausleseprozess wird schon bald den Blätterwald drastisch auslichten. … Die Annahme, dass künftig gerade noch zwei bis drei Medienunternehmen den hiesigen Markt prägen werden, scheint nicht mehr abwegig. Die Spannung zwischen dem von Zürich aus gesteuerten Kommunikationsmarkt und der föderalistisch geprägten politischen Schweiz wird wachsen, die gesellschaftliche Verständigung wird unübersichtlicher und instabiler„. Das ist eine kluge Diagnose, bei der vorgeschlagenen Behandlung allerdings teilen sich die Geister. Man dürfe, so schreibt Stadler, jetzt keinesfalls nach staatlicher Förderung rufen – geradeso als ob es nicht genau die von der NZZ auch hier beschworenen Marktkräfte waren, die (nicht zuletzt) zur Medienkrise führten.
Was für das Gemeinwesen wichtig ist, muss erhalten werden. Zuerst also stellt sich die Frage, ob unsere direkte und föderalistische Demokratie auf eine vielfältige Medienlandschaft und informierte und mündige Bürger angewiesen ist. Wenn es diesen „Bannwald der Demokratie„ aber braucht, so müssen wir (auch staatliche) Massnahmen veranlassen, die sein Überleben möglich machen.
Im (bis zu Obamas Amtsantritt) wohl liberalsten aller Länder hat die Presseförderungsdebatte längst begonnen; angesichts des drohenden Bankrotts vieler Zeitungsunternehmen werden Modelle diskutiert, von denen hierzulande auch der grösste Kapitalismuskritiker nicht einmal zu träumen wagt. Die Flaggschiffe des US-Journalismus

wie die New York Times oder die Washington Post – müssten dem „obsoleten Businessmodell„ (also dem Markt) entzogen werden, hatten die Finanzanalysten Swenson und Schmidt anfangs Jahr gefordert und seither grosse Unterstützung für ihre Idee eines öffentlich-rechtlichen Modells für Qualitätszeitungen erhalten. 

… ganzer Artikel und Reaktionen in der Neuen Zürcher Zeitung.

Vordergasse 2009

Meine wöchentliche Kolumne in den SN, 14.2.2009

Noch steht nicht fest, was am Montag in Zürich-Stettbach wirklich geschehen ist. Fest steht, dass eine junge Frau die Polizei um Hilfe rief und verletzt aufgefunden wurde. Fest steht auch, dass die Brasilianerin angab, drei Männer hätten sie überfallen und ihr diese Verletzungen zugeführt, in der Folge habe sie auch ein Fehlgeburt erlitten. Und fest steht schliesslich, dass die Polizei zweifelt, ob dies alles sich wie geschildert zugetragen hat. Bei solcher Faktenlage wäre journalistische Zurückhaltung angebracht. Was aber lasen wir? «Brutaler Überfall auf Schwangere» («Berner Zeitung») oder «Schwangere Paula verstümmelt» («Blick»). Das Tempo, so wissen wir, ist oft der Feind der journalistischen Genauigkeit.

Der Inserateteil einer Zeitung sagt viel über ihre Region aus. Aufschlussreich sind denn auch die Annoncen im «Anzeiger von Saanen», der «Zeitung für die Gemeinden Gstaad, Saanen, Gsteig und Lauenen». Wer sich beispielsweise mit dem Gedanken trägt, hier ein Chalet zu erwerben, findet in der neusten Ausgabe eines der Holzhäuser zum Preis von 4,9 Millionen Franken angeboten; eine 60-Quadratmeter-Wohnung (2 Zimmer) gibt’s in Gstaad bereits für 790 000 Franken. Doch bevor man meinen könnte, die Gstaader hätten alle jeglichen Bezug zur Realität verloren, entdeckt man noch in derselben Nummer folgendes Inserat: «Zu verkaufen Kuhkalb, 3 Wochen alt, Mutter 443493 P, 1000 Franken.» 

 

Vordergasse 58

Meine wöchentliche Kolumne in den SN

Wer sagt, dass zu grosse Banken für die Schweiz untragbar seien? Falsch geraten! Diese Erkenntnis stammt zum einen von Niklaus Blattner, dem ehemaligen Vizepräsidenten des Direktoriums der Schweizerischen Nationalbank, zum anderen erklärt Manuel Ammann, Bankenprofessor an der Universität St. Gallen: «Bankenkolosse haben keine Zukunft, weil diese schwer führbar, nicht effizient und ein volkswirtschaftliches Klumpenrisiko sind.»

Der neue amerikanische Präsident Obama tut, was er versprach: Er stockt die Truppen in Afghanistan massiv auf und zwingt die (deutschen) Verbündeten, weitere Soldaten in den Kampf gegen den Terror zu senden. Und die USA erpressen in der Nach-Bush-Ära (einen willfährigen) Bundesrat sowie eine (katastrophal agierende) UBS und versuchen, das Bankgeheimnis zu durchlöchern.

Kurz und unkommentiert stand folgende Nachricht in (nur wenigen) Schweizer Zeitungen: «Die Hamas hat während und nach der israelischen Offensive im Gazastreifen laut Amnesty International mehr als 20 Personen getötet und weitere foltern lassen.»

Die gute Meldung der Woche: Noch nie hat die Zürcher Zentralbibliothek so viele Bücher ausgeliehen wie im vergangenen Jahr: Es waren 550 000.

Die Thurgauer stimmen über ein Rauchverbot in öffentlichen Räumen ab, und sie sollten vorher noch zur Kenntnis nehmen, dass die Gefahren des Passivrauchens «wohl überschätzt» würden. Dies erklärt der Epidemiologe und Experte für die Schädlichkeit des Rauchens, Sir Richard Peto.

Und dann lasen wir noch folgende Titel: «Swiss-Re-Chefs machen auf positiv» («Tages-Anzeiger»); «Der Finanzplatz mit dem Rücken zur Wand» (NZZ).

Norbert Neininger

Die UBS am Sonntag

Zum Glück ein Sonntag, bei dem man getrost zu Hause bleiben und Zeitungen lesen darf. Die Tochter schnappt sich die „Sonntagszeitung“, meine Frau hat die „NZZ am Sonntag“ vor sich und ich beginne heute mit dem „Sonntag“, der von Nummer zu Nummer besser, sprich origineller wird. „Blick“ und „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ liegen (vorläufig) unbeachtet bereit. Ein Seitenblick auf den FAZ-Aufmacher („Super Lehrer dringend gesucht“) bestätigt mir, dass ich nichts verpasse, wenn ich der Reihe nach gehe und das grossformatige Blatt am Schluss (oft erst am Montag) lese. 

Die UBS beherrscht die Titelseiten an diesem Sonntag und ein jeder versucht, der  Skandal-Geschichte einen neuen Aspekt abzugewinnen. Einzig der „Sonntag“ schwimmt da gegen den Strom, Chefredaktor Patrick Müller schreibt unter dem Titel: „Die Amerikaner haben recht“, dass es „nachvollziehbar sei, dass die Steuerbehörden der USA die Kundendaten verlangt“ hätten. Die „Sonntagszeitung“ dreht die Sache andersrum: „Politiker fordern eine starke Postbank“, heisst es dort. Und die NZZ schlagzeilt: „London plant Grossangriff auf Schweizer Bankgeheimnis“.

Zweienhalb lektüregetränkte Stunden später: Einzig Frank Schirrmachers ganzseitiger Leitartikel, in dem er sich gegen die Übernahme des Fernsehens durch die Politik wehrt, hat einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Zeitungen am Staatstropf

In die jetzt anlaufende Debatte über die Staatshilfe für verschiedene Branchen/Firmen passt folgender aufschlussreicher Artikel aus „Futurzone@orf.at von Gerald Heidegger“

New York Times“ bald öffentlich-rechtlich?

Öffentlich-rechtliche Stiftung statt privatwirtschaftlicher Konzern: Zwei US-Finanzanalysten wollen das Rezept für den Weg aus der Krise für die Giganten des US-Printwesens gefunden haben. „New York Times“, „Washington Post “ und Co. sollten in Non-Profit-Organisationen verwandelt werden, so ihr Vorschlag. Andernfalls sei die US-Demokratie in Gefahr.

„Wenn ein neues Medium in den Raum tritt, werden einem die Grundeigenschaften des ‚älteren‘ Mediums stärker bewusst“, war sich der kanadische Medientheoretiker Herbert Marshall McLuhan schon 1960 im Rahmen eines Diskussionspanels sicher. Auf die Gegenwart umgelegt, könnte dieser Befund lauten: Die Verbreitung von Online-Medien rückte nicht nur die – auch physische – Qualität von Zeitungen wieder stärker ins Bewusstsein (die Retypografisierung mancher Zeitung und auch der verstärkte Einsatz von Serifenschrift auf vielen Websites mögen Indizien für diesen Befund sein). Freilich bleibt die Komplikation hinter der Bewusstwerdung eigener Printqualitäten, dass mancher Zeitung der wirtschaftliche Atem fehlt, weil die Erträge aus dem Online-Geschäft nicht die Anzeigenverluste aus dem Printbereich wettmachen können.

 

Insofern erfüllen auch die Ankündigungen rund um die wirtschaftliche Krise der „New York Times“, die „Gray Lady“ könne das Flaggschiff des Qualitätsjournalismus auch mit einer ausschließlichen Online-Ausgabe sein, fast niemanden mit Glauben. Die zuletzt von der „Times“-Firmenchefin Janet Robinson wieder in Erinnerung gebrachte „Last Man Standing“-Taktik ihres Hauses, wonach die „New York Times“ mit ihrem Journalismus die Lücke der sterbenden Konkurrenten füllen könne, geht im Moment ohnedies nur mit dem zugeschossenen Kapital des Mexikaners Carlos Slim auf.

So entwickelt sich seit Ende Jänner eine für US-Verhältnisse beachtenswerte Debatte, weil sie ausgerechnet von zwei Finanzanalysten in einem Gastkommentar in der „New York Times“ selbst losgetreten wurde. Zeitungen wie die „New York Times“ sollten in geförderte, Non-Profit-Organisationen verwandelt werden, forderten David Swensen („Pioneering Portfolio Management“) und sein Kollege Michael Schmidt. Beide verweisen auf Thomas Jefferson und sein Diktum, er würde im Notfall ein Land, das zwar Zeitungen, aber keine Regierung habe, in jedem Fall einem Land vorziehen, in dem es eine Regierung ohne Zeitungen gebe.

„Wenn Jefferson recht hatte, dass ein wohl informiertes Bürgertum die Grundlage unserer Demokratie ist, dann müssen Zeitungen gerettet werden“, so Swensen und Schmidt.

Förderte man die „kostbarsten Quellen“ der Nachrichten und befreite sie von den Beschränkungen eines „obsoleten Businessmodells“, würde man den Zeitungen einen garantierten festen Platz in der Mitte der Gesellschaft einräumen. Wie die Universitäten sollten die Zeitungen auch finanziert und unterstützt werden, lautet die Forderung von Swensen, der ja zugleich Investmentdirektor der Yale University ist (in dieser Funktion aber auch, wie Kritiker seines Beitrages hämisch anmerkten, in der letzten Zeit eine Menge Geld in den Sand gesetzt habe).

Für Flaggschiffe wie die „New York Times“ kalkulierten Swensen und Schmidt einen Förderbetrag von fünf Milliarden Dollar: „Viele Zeitungen werden den digitalen Sturm nicht alleine überstehen können. Nur eine Handvoll Stiftungen und reicher Individuen hat die Mittel in der Hand, unsere Nachrichteninstitutionen aufrechtzuerhalten.“

Die Debatte war gestartet. Steven Coll, zweifacher Pulitzer-Preisträger und einstiger Mitherausgeber der „Washington Post“, stieß im „New Yorker“ in ein ähnliches Horn. Seit seinem Abgang von der „Post“ habe er darüber nachgedacht, wie man die Zeitung in eine Non-Profit-Organisation im Status einer Universität verwandeln könnte: „Hätte die ‚Washington Post‘ eine Dotierung von zwei Milliarden Dollar, könnte sie einen sehr gesunden Newsroom unterhalten.“

Die Kritik ließ freilich auch nicht lange auf sich warten. Der Blogger Howard Weaver nannte die „Foundation Fans“ Menschen, „die sich einen Milliardär herbeiwünschen, nur, um sich nicht ändern zu müssen“. Und Jack Shafer stieß in „Slate“ nach, dass die Debatte, wie eine Qualitätszeitung auszusehen habe, zu sehr auf Erinnerungen der Vergangenheit beruhe, in der es keine Problem gegeben habe, Zeitungen zu drucken und zu verteilen oder neue Auslandsbüros aufzumachen.

In der Non-Profit-Debatte fehle ein Hinweis darauf, warum sich nicht genug Kunden fänden, die bereit wären, für diese als so wichtig gepriesenen Nachrichteninstitutionen entsprechend zu zahlen, so Shafer. Vor allem aber stelle sich die Frage, wem gegenüber sich dann die Verantwortlichen einer Zeitung rechtzufertigen hätten: Gegenüber einem Förderer im Zuschnitt eines Warren Buffett oder Bill Gates – oder gegenüber der Leserschaft? Auch stelle sich die Frage, wie frei leitende Mitarbeiter ausgesucht würden – und wen diese Mitarbeiter wieder einstellen würden.

Jonathan Weber schlug in „The Big Money“ in eine ähnliche Kerbe: Wie könne eine Zeitung ohne Marktdisziplin wissen, dass sie wirtschaftlichen Erfolg habe oder nicht?

Im Bereich der Einkünfte für die Zeitungen bleiben die Verfechter der Non-Profit-These ohnedies ungenau. Swensen und Schmidt sprechen von zu erwartenden „steigenden Einkünften aus Hard-Copy-Verkäufen und Online-Abos“. Bei Letzterem zeigt sich aber die Crux: Wenn es vergleichbare Angebote im Netz frei verfügbar gibt, werden die Leser auch weiter nicht bereit sein, entsprechende Online-Subskriptionen einzugehen, wie ja die Problematik bei „Times Select“ gezeigt hatte.

Überhaupt bleiben die Online-Aktivitäten der „NYT“ in dieser Debatte unhinterfragt, etwa die Investitionen Hunderter Millionen in Portal-Träume wie About.com. Wie andere Medienhäuser auch hat sich die „NYT“ gerne blenden lassen von Online-Währungen wie Pageimpressions, Visits und Unique Clients. Laut Google Adplanner hatte die Online-Ausgabe der „NYT“ im Oktober 2008 1,4 Millionen tägliche Leser. Die Print-Ausgabe erreicht wochentags 2,92 Mio. Leser, am Wochenende 4,13 Mio. Leser. Rechnet man das mit dem qualitativen Unterschied eines Online-Nutzers, der im Schnitt drei bis vier Artikel pro Tag der „NYT“ liest (und den daher immer nur entsprechend wenige Ads erreichen) gegen mit einem Print-Leser, der schon beim Durchblättern der Zeitung an einem viel höheren Anteil an Klein- und Großinseraten vorbeikommt, dann lässt sich eruieren, warum sich mit einer Gratis-Online-Ausgabe auf lange Sicht nicht der Qualitätsstandard des Print-Formats halten lassen wird.

Zudem negiert Googles Online-Werbemodell das Werbeumfeld. Für Google sind die Augenpaare, die man beispielsweise von einer Porno-Website bekommt, genauso kostbar wie jene, die man von einer klassischen „Medien“-Seite auf sich zieht.

Für den Augenblick bleibt aus europäischer Sicht die lose Erkenntnis: In einer Zeit, da die Milliarden des Staates für Banken und Automobilindustrie über Nacht lockergemacht werden, entdeckt mancher in den USA für die Rettung der Printsaurier offenbar den Geist des Öffentlich-Rechtlichen. Man könnte freilich aus US-Sicht einen genaueren Blick auf die europäische Print-Landschaft werfen, wo es das Stiftungsmodell bei mancher Qualitätszeitung schon seit längerem gibt.

Gerald Heidegger, futurezone@orf.at

 

Vordergasse 58, die Kolumne in den SN

Recep Tayyip Erdogan sagte: «Für mich ist Davos damit vorbei. Ich werde nicht mehr hierher kommen.» Der türkische Ministerpräsident sprach’s, erhob sich vom WEF-Podium und zog von dannen. Was (auch vom «Spiegel») als «Wutanfall» nach einer Erklärung des israelischen Präsidenten Peres bezeichnet wurde, dürfte wohl eher eine kühl überlegte Aktion des schlauen Türken gewesen sein. Natürlich wusste Erdogan ganz genau, dass er so maximale Aufmerksamkeit für seine Anti-Israel-Tirade erzeugen konnte; die Schlagzeilen und die Radio- und Fernsehberichte (und auch diese Zeilen) geben ihm recht. Allerdings fügen wir hier noch die Frage an, wie es denn die Türkei mit den Kurden hält, die – meines Wissens – noch keine Raketen auf Ankara oder Istanbul gefeuert haben.

Das Urheberrecht ist durch die Einführung und Nutzung des Internets gefährdet, und es scheint, als ob es nicht mehr möglich sei, die Rechte von Komponisten, Musikern oder Autoren zu schützen. Ganze Branchen bauen ihr Geschäftsmodell darauf auf, dass sie fremde Inhalte entschädigungslos nutzen. Besonders rücksichtslos ist Google; das Unternehmen macht (digitalisierte) Zeitungen und Bücher allen gratis zugänglich. Das empört keinen. Was aber geschähe, wenn – beispielsweise – Coca-Cola digitalisiert werden könnte und gratis verteilt würde?

Seit Wochen publizieren wir Zuschriften (u. a.) zu den Schulbehördewahlen in Diessenhofen, zu den Abstimmungen über das Schaffhauser Schulgesetz und über die Fortführung/Erweiterung der Personenfreizügigkeit. Diese Zeitungsdebatte endet wie immer am Donnerstag vor dem Abstimmungssonntag und ist Beweis der hervorragenden Mitsprachemöglichkeit der Bürgerinnen und Bürger.

Wöchentliches Editorial in den Schaffhauser Nachrichten mit dem Titel „Vordergasse 58“ (Das ist die Adresse des Schaffhauser Medienhauses).